Ermlandbriefe (4/2010)
Katechismus-Ecke - Weihnachten 2011


Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (4/7)

Die Krankensalbung

Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums

Krankensalbung - Gottes Güte und Liebe - Glasfenster in der Herz-Jesu-Kirche in Gladbeck-Zweckel von Dr. Egbert Lammers aus Werl, 1965			      Foto: Pastor Clemens Bombeck

Liebe Leserinnen und Leser, wie in den vergangenen Monaten, so möchte ich Sie auch diesmal wieder zu einem Gang durch die Gladbecker Herz-Jesu-Kirche einladen und dabei vor einem weiteren Kirchenfenster Halt machen. In ihm hat der Künstler Dr. Egbert Lammers sich mit dem Sakrament der Krankensalbung beschäftigt.

Wie keine andere Farbe weist das Grün auf das Leben hin; diese Farbe in verschiedenen Schattierungen bestimmt den Grundton dieses Fensterbildes. Der Olivenbaum mit seinen zahlreichen Zweigen füllt das mittlere Fenster wie auch die beiden seitlichen Fenster aus. Aus seinen Früchten wird das Öl gewonnen, mit dem zeichenhaft das Sakrament der Krankensalbung gespendet wird. Wie Öl dem leiblichen Leben als Nahrung dient, so möchte das Sakrament der Krankensalbung dem kranken Menschen sagen: „Du bist von Gott, dem Spender allen Lebens, geliebt. Er trägt dich und wird dich aufrichten. Er schenkt dir Leben in Fülle.“ Öl war und ist ein besonderes Heilmittel. Die Salbung des Kranken mit Öl will verdeutlichen, dass Gott das Heil des Menschen will - in Gesundheit und Krankheit, über den Tod hinaus.

Noch bis in den Tagen des Zweiten Vatikanischen Konzils dachte man bei diesem Sakrament eher an den Augenblick des Sterbens, indem man von „letzter Ölung“ sprach. So manche Christen haben den Wandel des Verständnisses von diesem Sakrament „letzte Ölung“ hin zum Sakrament der „Krankensalbung“ nicht wahrgenommen. In der Krankheit, unter Schmerzen und Beschwerden, ja in Todesgefahr wissen wir uns arm und vielfältiger Hilfe bedürftig. Da ist es tröstlich, dass uns Gott auch in dieser uns so sehr belastenden Lage nahe sein will und uns nicht verlässt. Schon in der Kirche der Apostel galt: „Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen. Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben“ (Jak 5,13ff).

Im Sakrament der Krankensalbung erfahren wir also Gottes Güte und Liebe; er befreit uns von Sünde und Schuld und schenkt uns die Kraft, das Leiden nach dem Vorbild Christi zu tragen. Dabei dürfen wir immer auch darauf vertrauen, dass Gott uns wieder aufrichtet. Gerade dies zu betonen, ist der Kirche wichtig. So betet der Priester bei der Spendung dieses Sakramentes, wenn er dem Kranken die Hände auflegt und ihn an Kopf und Händen mit dem heiligen Öl salbt. „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen; er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. - Der Herr, der dich von Sünde befreit, rette dich; in seiner Gnade richte er dich auf.“

Vielleicht erkennen Sie, liebe Leserinnen und Leser, die frohe und befreiende Botschaft dieses Sakramentes! Es ist nicht mehr nur das „Sakrament der Sterbenden - Letzte Ölung“, sondern weit mehr das Sakrament für alle, die durch schwere Krankheit auf Gottes Beistand vertrauen. Jeder kann es empfangen: z.B. vor einer Operation, nach der Nachricht von einer schweren Erkrankung (z.B. Krebs). Wie oft habe ich meinen Eltern dieses Sakrament spenden dürfen, und sie haben in ihrer Krankheit Kraft schöpfen können und erfahren dürfen, dass Gott sie wieder aufrichtete - bis ins hohe Alter.




zurück


zum Anfang 


Weitere Themen






















































































Zuletzt geändert: 8. Januar 2016
© 2016 by Visitator Ermland®