|
Ermlandbriefe (2/2010)
Katechismus-Ecke - Pfingsten 2010
|
Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (2/7)
Die Firmung
Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
In unseren Pfarreien und Gemeinden hat sich in den letzten Jahren die Praxis mehr und mehr durchgesetzt, nicht mehr Kinder und Heranwachsende im Alter von etwa 12 bis 15 Jahren zum Sakrament der Firmung zuzulassen, sondern erst Jugendliche im Alter ab 16 Jahren. Dies hat viele pädagogische und pastorale Beweggründe, die mehr als einsichtig und vernünftig sind. Theologisch entspricht diese veränderte Firmpastoral jedoch nicht dem, was die Kirche mit dem Dreiklang „Taufe - Firmung - Eucharistie“ als Eingliederung eines Glaubenden in die Kirche meint. Viele von Ihnen wissen noch aus dem schulischen Katechismusunterricht, wie die Reihenfolge der sieben Sakramente lautet: Taufe - Firmung - Eucharistie - Beichte - Krankensalbung - Weihe - Ehe. In der orthodoxen Kirche ist die Reihefolge der drei Eingliederungssakramente (Taufe - Firmung - Eucharistie) bis heute gängige Theologie und pastorale Praxis. Nach der Taufe empfängt der Täufling in dieser Feier sofort auch die Firmung und anschließend die erste heilige Kommunion; damit ist die Eingliederung des Getauften in die Kirche vollzogen. Diese Praxis findet in unserer Kirche nur bei Erwachsenen, die getauft und damit in die Kirche aufgenommen werden wollen, Anwendung.
In der katholischen Kirche (zumindest in den deutschsprachigen Diözesen) hat sich seit vielen Jahren die Reihefolge verändert: TAUFE - EUCHARISTIE - FIRMUNG. Mit der bereits genannten Verschiebung des Firmalters wandelt sich heute vermehrt das Verständnis des Firmsakramentes („In der Taufe empfange ich Gottes Geist, um als Christ in der Welt zu leben.) hin zu einem „Sakrament der Entscheidung“. Jugendliche sollen sich - nach der Pubertät und jetzt an der Schwelle zum Erwachsenensein - bewußt für ein glaubwürdiges Leben als Christ aus der Kraft des Heiligen Geistes aussprechen. Diese theologischen Aspekte habe ich vor Augen, wenn ich das Fenster „Firmung“ in meiner Herz-Jesu-Kirche in Gladbeck anschaue und Ihnen nun vor Augen stelle.
In diesem Fenster sticht dem Betrachter die rote Farbe sehr geballt ins Auge. Rot - das ist die Farbe des Feuers. Am Pfingsttag kam der Heilige Geist wie in Feuerzungen auf Maria und die Apostel und Jünger herab. Neben den Feuerzungen ist ein weiteres, ganz zentrales Symbol zu erkennen: die Taube, Symbol für den Heiligen Geist. Die Taube weist hin auf die Taufe Jesu am Jordan, wo der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkam und eine Stimme aus der Höhe erscholl: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ Die kleinen Fenster rechts und links greifen das Zungenmotiv des mittleren Fensters auf.
In Zentrum des mittleren Fensters ist neben der Taube ein Herz zu erkennen. Beide Symbole, umgeben vom leuchtenden Rot, wollen sagen: Der Geist Gottes ist der Geist der Liebe, und diese Liebe kommt von Herzen und will unser Herz durchdringen, wenn wir im Sakrament der Firmung mit den Gaben des Heiligen Geistes beschenkt werden. Der Gefirmte lebt aus dem Geist Gottes, wenn er ein liebendes Herz hat und diese Liebe im Alltag lebt.
Die Firmung vollendet die Taufe. In diesem Sakrament stärkt Jesus Christus unseren Glauben durch die Kraft des göttlichen Geistes, damit wir als Christen leben und für Christus Zeugnis geben können.
Was bedeutet es für Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Sakrament der Firmung empfangen zu haben? Der Gefirmte ist berufen, aus der Kraft des Heiligen Geistes „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ zu sein, wie Christus gesagt hat. Er ist berufen zum lebendigen Glaubenszeugnis. Ihm soll nicht der Vorwurf aus der Offenbarung des Johannes gelten: „Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Weil du lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien“ (Offb 3,15-16). Mit dem folgenden Gebet können Sie Gott darum bitten, dass er seine Gnade, die Sie in der Firmung empfangen haben, immer wieder erneuere:
„Gütiger Gott, stärke und bewahre, was du in mir gewirkt hast. Erhalte in mir die Gaben des Heiligen Geistes, damit ich vor aller Welt Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, mutig bekenne, ihn von Herzen liebe und aus seinem Wort lebe. Amen.“
|
|
Weitere Themen
4 / 2011 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (6/7) Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
3 / 2011 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (6/7) Durch seine Wunden geheilt Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
2 / 2011 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (6/7) Das Sakrament der Ehe Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
1 / 2011 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (5/7) Das Sakrament der Weihe Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
4 / 2010 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (4/7) Die Krankensalbung Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
3 / 2010 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (3/7) Die Buße Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
2 / 2010 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (2/7) Die Firmung Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
1 / 2010 Sie leuchten und verkünden - Kirchenfenster (1/7) Die Taufe Von Pastor Lic. iur. can. Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums
4 / 2009 Die Feier der heiligen Messe Gott sendet uns Von Pastor Clemens Bombeck, Prodekan des Konsistoriums
3 / 2009 Die Feier der heiligen Messe Gott schenkt sich uns Von Pastor Clemens Bombeck, Prodekan des Konsistoriums
2 / 2009 Die Feier der heiligen Messe Gott spricht zu uns Von Pastor Clemens Bombeck, Prodekan des Konsistoriums
1 / 2009 Die Feier der heiligen Messe Gott lädt uns ein! Von Pastor Clemens Bombeck, Prodekan des Konsistoriums
4 / 2008 Die Tiere gehören zur Krippe Die Augenzeugen von Betlehem Von Pfarrer i. R. Hubert Meik
3 / 2008 Jeder Tag ist ein Geschenk Gottes Freizeit - Gabe und Aufgabe Von Pfarrer i. R. Rüdiger Hinz
2 / 2008 Ein offenes Glaubensbekenntnis Das Fronleichnamsfest Von Pfarrer i. R. Rüdiger Hinz
1 / 2008 Verklärt ist alles Leid der Welt Der Tod und die Hoffnung Von Pfr. i. R. Rüdiger Hinz
0 / 2008 Statio Warmiae: Die ermländischen Freitage Heimatgemeinschaft vom Altar her Von Prälat Paul Hoppe
4 / 2007 Warten auf das Kommen Gottes Beten heute Von Pfr. Adalbert Keilus
3 / 2007 Wer euch hört, hört mich! Der ungelesene Liebesbrief Von Pfr. Rüdiger Hinz
2 / 2007 44. Weltgebetstag um geistliche Berufungen Berufung im Dienst der Kirche als Gemeinschaft Botschaft von Papst Benedikt XVI.
1 / 2007 „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ Hirtenbrief zur Fastenzeit Von Papst Benedikt XVI.
4 / 2006 Sich in die Hand Gottes fallen lassen Kinder, liebt einander! Von Pfarrer Rüdiger Hinz
3 / 2006 Niemand kann zwei Herren dienen! Ganz in Gott Von Pfarrer Rüdiger Hinz
2 / 2006 Gottes Geist in der Kirche Was ist Pfingsten? Von Pfarrer Rüdiger Hinz
1 / 2006 Wir gehören zusammen! Die Gemeinschaft Von Pfarrer Rüdiger Hinz
4 / 2005 Transeamus usque Bethlehem Hinüber durch Bethlehem Von Pfarrer Rüdiger Hinz
3 / 2005 „Wo zwei oder drei ..." Lebendige Steine Von Pfarrer Rüdiger Hinz
2 / 2005 Das Fest der Heiligen Eucharistie Das Hochfest Fronleichnam Von Pfarrer Rüdiger Hinz
1 / 2005 Ein Versöhnungsfest Das Bußsakrament Von Pfarrer Rüdiger Hinz
4 / 2004 Weil Kirche in der Familie anfängt Ehe und Familie - Gemeinschaft im Gebet Von Pfarrer Rüdiger Hinz
3 / 2004 Per Mariam ad Jesum Mariä Himmelfahrt Von Pfarrer Rüdiger Hinz
2 / 2004 "Die große Leere hier, Du füllst sie aus in mir" Der Heilige Geist Von Pfarrer i. R. Rüdiger Hinz
1 / 2004 Caritas mit Paragraphen und Stoppuhr Fußwaschung - lebendige Nächstenliebe Von Pfarrer Rüdiger Hinz
4 / 2003 Maria zu lieben ist allzeit mein Sinn! Maria, Mutter der Kirche Von Pfarrer i.R. Rüdiger Hinz
3 / 2003 Zeichen des Glaubens Das Ewige Licht Von Pfarrer Rüdiger Hinz
2 / 2003 Auch ihr sollt Zeugnis ablegen Das Sakrament der Firmung Von Pfarrer Rüdiger Hinz
1 / 2003 Christi Kreuz und unser Kreuz Sein Kreuz tragen Von Pfarrer Rüdiger Hinz
4 / 2002 Und das Wort ist Fleisch geworden In eines Knechtes Gestalt Von Pfarrer Rüdiger Hinz
3 / 2002 Macht euch die Erde untertan Erntedank Von Pfarrer Rüdiger Hinz
2 / 2002 "Gehüllt in Brots- und Weinsgestalten ..." Das Allerheiligste Von Pfarrer Rüdiger Hinz
1 / 2002 Ihr seid mit Christus auferweckt Die österliche Botschaft Von Pfarrer Rüdiger Hinz
4 / 2001 Die Namen Gottes Gottes verschwenderische Liebe Von Pfarrer Siegfried Liedmann
3 / 2001 Ich glaube an die heilige katholische Kirche Kirche und Sünde Von Pfarrer Siegfried Liedmann
2 / 2001 Die Treue der Getauften ... Kirche im Ghetto? Von Pfarrer Siegfried Liedmann
1 / 2001 Woran soll man sich halten? Knien oder stehen? Von Pfarrer Siegfried Liedmann
4 / 2000 Die vielfältige Gegenwart Christi in seiner Kirche Der Herr sei mit euch! Von Pfarrer Siegfried Liedmann
3 / 2000 Und vergib uns unsere Schuld Eine Bitte mit Haken Von Pfarrer Siegfried Liedmann
2 / 2000 Denn wer den Willen meines Vaters tut ... Die Gottesfurcht Von Pfarrer Siegfried Liedmann (Teil 2)
1 / 2000 Gott lässt seiner nicht spotten! Die Gottesfurcht Von Pfarrer Siegfried Liedmann (Teil 1)
4 / 1999 Ein Leben auf dem Sprungbrett! Diesseits und Jenseits Von Pfarrer Siegfried Liedmann
3 / 1999 Wie erkennen wir, was Gottes Wille ist? Dein Wille geschehe Von Pfarrer Siegfried Liedmann
2 / 1999 Die Welt, die uns umgibt Ideal und Wirklichkeit Von Pfarrer Siegfried Liedmann
1 / 1999 Auf dem Weg zum Heiligen Jahr 2000 Der Weg echter Umkehr Von Pfarrer Siegfried Liedmann
4 / 1998 Die Lebenskraft der Kirche Unsere Hoffnung Von Pfarrer Siegfried Liedmann
2 / 1998 "Ihr aber, für wen haltet ihr mich?" Auf Christus hin Von Pfarrer Siegfried Liedmann
1 / 1998 Unsere Not - aufbewahrt in Jesu Leiden Von Pfarrer Siegfried Liedmann
4 / 1997 Wir sind für die Anbetung da! Der einzig wahre Weg Von Pfarrer Siegfried Liedmann
3 / 1997 Zur katholischen Ehemoral (3) Leben annehmen Von Pfarrer Siegfried Liedmann
2 / 1997 Zur katholischen Ehemoral (2) Papst Johannes Paul II. und die Familie Von Pfarrer Siegfried Liedmann
1 / 1997 Zur katholischen Ehemoral (1) Ringen ums Menschsein Von Pfarrer Siegfried Liedmann
4 / 1996 Das Unvergängliche in unserer Zeit Unsere Zeit als Aufgabe Von Pfarrer Siegfried Liedmann
3 / 1996 Der Wert des Menschen Christliche Verantwortung Von Pfarrer Siegfried Liedmann
2 / 1996 "Was soll das bedeuten?" Geheimnis des Anfangs Von Pfarrer Siegfried Liedmann
1 / 1996 Zum Himmel vergewaltigt? Kommt alle zu mir Von Prälat Johannes Schwalke
4 / 1995 Verwirrung, Unsicherheit und Zweifel Wo ist Bethlehem? Von KR Dr. Gerhard Reifferscheid
3 / 1995 Sinn unseres Lebens Gloria Von Prälat Johannes Schwalke
2 / 1995 Enzyklika unseres Heiligen Vaters Evangelium vom Leben Von Prälat Johannes Schwalke
1 / 1995 Heilige halten Europa zusammen Adalbert für Europa Von KR Dr. Gerhard Reifferscheid
0 / 1995 "Herr, ich bin nicht würdig..." Kommunion als Konsumgut? Von Regina Herrmann
4 / 1994 Von den letzten Dingen (4) Die ewige Zukunft Von Pfarrer Dr. Claus Fischer
3 / 1994 Von den letzten Dingen (3) Der Jüngste Tag Von Pfarrer Dr. Claus Fischer
2 / 1994 Von den letzten Dingen (2) Das Gericht Von Pfarrer Dr. Claus Fischer
1 / 1994 Von den letzten Dingen (1) Tod - und dann? Von Pfarrer Dr. Claus Fischer
|