Ermlandbriefe (4/2009)
Katechismus-Ecke - Weihnachten 2009


Die Feier der heiligen Messe

Gott sendet uns

Von Pastor Clemens Bombeck, Prodekan des Konsistoriums

4. Gedanken zur Feier der heiligen Messe - Gott sendet uns

Am Ende einer jeden Messfeier ruft der Priester uns zu: „Gehet hin in Frieden!“ So schön es auch ist, in der heiligen Messe mit Gott vereint zu sein, diese Einheit ist jedoch keine Insel oder eine Fluchtburg aus den Aufgaben, Sorgen und Problemen des Alltags. Wir werden neu gesendet in diese Welt. Unsere Aufgabe ist es, die Welt aus jenem Geist zu gestalten, den wir in der heiligen Messe neu empfangen haben.

In der Messfeier haben wir Gottes Wort gehört und Christus als das Brot des Lebens empfangen. Mit dieser göttlichen „Nahrung“ ausgestattet, haben wir die Kraft, lebendiges Wort und lebendiges Brot in und für die Welt zu sein. Der Friede, also die Einheit Gottes mit uns, d.h. die in der Messfeier wieder neu erfahrene Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott, sollen wir in die Welt tragen, damit wir sie mit dem Sauerteig der Einheit durchdringen. Im Alltag das leben, was wir in der heilige Messe empfangen und gelebt haben, ist der Auftrag Gottes an uns, mit dem wir aus der Messfeier in die Welt entlassen werden. Ein altes Sprichwort sagt. „Wie der Sonntag - so die Woche.“ Ich möchte es etwas umwandeln: „Wie das Leben in der heiligen Messe - so das Leben in der Welt.“

Mit allem, was uns bei der Verwirklichung des göttlichen Auftrags widerfahren ist, mit dem, was uns gelungen ist und was wir aus eigener Unzulänglichkeit infolge von Schuld und Sünde nicht geschafft haben, kommen wir wieder neu zu ihm, tragen es ihm vor, weil er uns aufs Neue einlädt, die Einheit mit ihm in der heiligen Messe zu erneuern und zu leben. So schließt sich der Kreis und öffnet sich auch zugleich neu: Gott lädt uns ein - Gott spricht zu uns - Gott schenkt sich uns - Gott sendet uns.




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Zuletzt geändert: 8. Januar 2016
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