Ermlandbriefe (1/2009)
Katechismus-Ecke - Ostern 2009


Die Feier der heiligen Messe

Gott lädt uns ein!

Von Pastor Clemens Bombeck, Prodekan des Konsistoriums

Liebe Leserinnen und Leser!

Nachdem Pfarrer i.R. Rüdiger Hinz über einen längeren Zeitraum an dieser Stelle Beiträge zu Aspekten des Glaubens geschrieben hat, ist mir durch das Konsistorium nun die Aufgabe übertragen worden, seinen Dienst zu übernehmen. Ich übernehme ihn gern. In diesem Jahr möchte ich mit Ihnen in vier Schritten über die Feier der heiligen Messe nachdenken. Wer sich darüber hinaus vertiefend mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich, die Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ von Papst Johannes Paul II. zu lesen.

1. Gedanken zur Feier der heiligen Messe - Gott lädt uns ein

Eine Einladung erhalten - das ist in der Regel ein Anlass zur Freude. Schön, dass man an mich denkt. Ich gehöre zu einem Kreis, den der Einladende gern bei sich hat, um mit ihm und den anderen Eingeladenen ein besonderes Fest oder Ereignis zu feiern. Nach Erhalt der Einladung folgt der Blick in den eigenen Kalender. Wunderbar, ich habe Zeit. Oder: Schade, den Termin kann ich leider nicht wahrnehmen. Ist der Einladende jemand, dem ich mich besonders verbunden weiß, dann ist klar: Diese Einladung nehme ich auf jeden Fall an, selbst wenn dafür ein ganz wichtiger Termin gestrichen werden muss.

Die heilige Messe ist eine Feier, zu der Gott mich einlädt. Ich bin ihm wichtig; er möchte mit mir zusammen sein. Wie wichtig ist mir Gott? Ist er mein Ein und Alles, so dass mir klar ist: Was auch immer ist, es gibt nichts Wichtigeres in meinem Leben, dass ich der Einladung Gottes, sein Fest auch mit mir feiern, vorziehe. Doch stellt sich jetzt mir die Frage: Möchte ich die Einladung Gottes überhaupt annehmen? Habe ich gewichtige Gründe, diese auszuschlagen? Was sind das für Gründe? Beim Abwägen dieser Fragen stehe ich vor der grundsätzlichen Frage: Nimmt Gott in meinem Leben den ersten Platz ein - ohne Wenn und Aber? Was bedeutet mir die Feier der heiligen Messe am Sonntag: frohe Dankbarkeit Gott gegenüber oder eher lästige Pflichterfüllung, Traditionspflege? Gott lädt mich ein, bei ihm zu sein, mit ihm seine Liebe zu feiern, die er mir in seinem Sohn Jesus Christus geschenkt hat.

Wenn ich eingeladen werde und diese annehme, überlege ich, was ich dem Einladenden als Geschenk überreichen könnte. Bei der Einladung Gottes zur heiligen Messe habe ich dieses Problem nicht. Gott freut sich über mein Geschenk: dass ich da bin, um bei ihm zu sein. Ein größeres Geschenk kann ich ihm nicht machen. Gott lädt mich ein, weil Er mich beschenken möchte - mit seiner Liebe. Er macht sich eins mit mir. Er in mir, so dass ich sagen kann: Ich in ihm. Aus dieser Einheit immer wieder neu leben, von Sonntag zu Sonntag, vielleicht sogar von Tag zu Tag. Lohnt es sich nicht, dafür alles zurückzulassen, um die Einladung Gottes anzunehmen?




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Zuletzt geändert: 8. Januar 2016
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