Ermlandbriefe (1/1995)
Katechismus-Ecke - Ostern 1995


Heilige halten Europa zusammen

Adalbert für Europa

Von KR Dr. Gerhard Reifferscheid †

Heilige halten Europa zusammen, überschreiten Grenzen, Nationen und Sprachen, um die Botschaft der Erlösung allen zu verkünden und ihnen das Heil in Christus als Grundlage gemeinsamen Lebens zu schenken.

Ein Böhme - der erste Christ im Preußenland

Das Ermland bereitet sich auf das Jubiläum des Märtyrer-Bischofs Adalbert vor: 1997. Adalbert, aus dem Geschlecht der Przemisliden, Sohn einer deutschen Mutter, studiert in Magdeburg, wo er den Firmnamen Adalbert annimmt. Adalbert wird zweiter Bischof von Prag. Er verkündet das Evangelium ohne Abstriche, so daß die Großen der Bevölkerung wegen seiner Anklagen, Mord und Ehebruch zu unterlassen, ihn aus dem Bischofsamt vertreiben. In Rom und Monte Cassino schließt er sich den Benediktinern an, bis eine Gesandtschaft aus Prag ihn bittet, dorthin zurückzukehren. Als sein Geschlecht durch die Slawikniden vollkommen ausgerottet wurde, mußte er Prag zum zweitenmal verlassen. In Gesprächen mit seinem Freund Kaiser Otto III. in Rom läßt er sich von diesem und vom Papst überreden, sich der Mission in den Ostgebieten Europas zur Verfügung zu stellen. Mit seinem Bruder Gaudentius und 30 Begleitern verläßt er den polnischen Herzog in Gnesen und fährt auf der Weichsel bis in deren Mündungsgebiet, wo er im Elbinger und Königsberger Gebiet missioniert. Tenkitten bei Pillau hält in einer alten Tradition seinen Märtyrertod dort am 23. April 997 über Jahrzehnte hinweg fest.

Fürsprecher für viele Nationen am Throne Gottes

Der polnische Herzog Mieszko läßt den Märtyrer feierlich im Dom zu Gnesen beisetzen. Kaiser Otto III. erbittet von ihm die Reliquien seines Hauptes und setzt diese in der St.-Adalbert-Kirche in Aachen bei. Dort, wo Seen und Flüsse die Gotteshäuser umspülen, wird Adalbert verehrt. Wie in Gnesen, so erhebt sich die Aachener Adal-bertskirche auf einem Berg innerhalb einer sumpfigen Niederung. Auch in Lüttich umströmen die Arme der Maas das Heiligtum St. Adalberts, ebenfalls von Otto III. gegründet.

Ohne Adalbert krankt Europa

Wie Benedikt, Cyrill und Methodius, wie Maximilian Kolbe, Edith Stein und Dorothea von Montau fügen Heilige die Beter im Geheimnis des Erlösers zusammen. Wenn in diesem Jahr am ersten Sonntag im September (3. 9.), die Danziger sich zum Amt in der St.-Adalbert-Kirche in Aachen um 11 Uhr versammeln, sind wir Ermländer in Dankbarkeit für das Werk dieses großen Heiligen begeistert dabei. Nach dem Mittagessen halten wir Statio-Andacht und ziehen mit der Reliquie des Heiligen durch die Straßen Aachens zum Kaiserdom Karls des Großen, um hier mit dem Bischof und den Visitatoren gemeinsam die Fürbitten Adalberts anzurufen und uns für das kommende Jahrtausend dem Dienst der Kirche zu weihen.

Auf nach Aachen am 3. September 1995: 11 Uhr Hochamt in St. Adalbert, 14 Uhr Andacht und Prozession zum Kaiserdom.




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Zuletzt geändert: 8. Januar 2016
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